Urban Gardening bringt die Natur zurück in die Stadt

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Urban Gardening – also privates oder gemeinschaftliches Gärtnern mitten in der Stadt – wird immer populärer. Dafür sorgen wachsende und zubetonierte Städte; Landflucht sowie der zunehmende Klimawandel. Zudem wollen sich immer mehr Menschen gesund und bewusst ernähren. Aber was ist Urban Gardening eigentlich genau?

Die Geschichte des Urban Gardening

Urban Gardening, deutsch: städtischer Gartenanbau, ist ein englischer Begriff für ein internationales Phänomen. Was bei uns seit einigen Jahren zunehmend im Trend liegt, hat seinen Ursprung jedoch bereits in der Antike, in der Stadthäuser auch immer einen eigenen Garten hatten. In Deutschland gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert Klein- bzw. Schrebergärten in Kleingartenkolonien und an den Stadträndern.

Die Wurzeln des heutigen Urban Gardening liegen aber wohl in den Community Gardens der Siebzigerjahre in New York. In Gemeinschaftsgärten hat die urbane Gartenbewegung öffentlich zugängliche, innerstädtisches Brachland in grüne Oasen verwandelt, um zur Selbstversorgung Obst und Gemüse anzubauen und Blumenbeete anzulegen. Dabei sollten nicht nur gärtnerische, soziale und ökonomische, sondern auch künstlerische und stadtgestalterische Aspekte miteinander verbunden werden.

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Der Einfallsreichtum kennt keine Grenzen. Auch alte Paletten bieten Platz für Grünes.

Schutz von Ressourcen und Umwelt

Natürlich kann jeder, der in der Stadt über eine kleine Anbaufläche verfügt – sei es ein Balkon, eine Dachterrasse oder ein Innenhof – Pflanzen, Obst und Gemüse anbauen. Bestimmte Gemüsesorten oder Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Kresse oder Basilikum wachsen und gedeihen auch ohne gärtnerische Vorkenntnisse oder einen grünen Daumen prächtig auf dem Fensterbrett.

Wenn sich jedoch Umweltaktivisten, Nachbarn oder Interessengruppen zusammenfinden, um die Stadt zu begrünen, geht es meist um mehr, als die Natur zu erleben und Freude am Gärtnern zu haben. Oder sich mit Obst und Gemüse aus eigenem, ökologisch unbedenklichen Anbau zu versorgen.

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Wozu ist Urban Gardening gut?

Die Begrünung der Stadt soll die Luft-, Boden- und Lebensqualität der Bewohner verbessern sowie die Pflanzenvielfalt erhalten. Zum Beispiel indem alte Obst- und Gemüsesorten angepflanzt werden, die durch industrielle Neuzüchtungen verdrängt wurden. Durch die Selbstversorgung mit regionalen Produkten werden zudem Treibhausgase und Transportkosten eingespart.

Auch das Regenwasser kann auf diese Weise genutzt werden. Tieren, wie zum Beispiel Bienen, wird mitten in der Stadt ein Lebensraum geboten. Außerdem rücken die Menschen näher zusammen und stärken die Bindung an ihr Stadtquartier. Damit das jeweils zuständige Grünflächenamt Urban Gardening zustimmt, sind ein überzeugendes Konzept und die Zusicherung nötig, dass die Gärten über eine längere Zeit betreut werden.

Welche Wege, selbst anzubauen, gibt es?

Neben dem klassischen Anbau im eigenen Garten, sei es am Wohnhaus oder auf dem Wochenendgrundstück, gehört auch der Anbau auf Terrasse und Balkon dazu. Hier kannst du alles was geht in Eigenregie anbauen und geniessen. Es finden sich auch gemeinschaftliche Aktionen, bei denen sich Kommunen oder ganze Mehrfamilienhäuser zusammentun, und gemeinsam ein Stück Land bearbeiten.

Auch auf den Dächern von flachen Häusern lassen sich hervorragend Beete oder Kübel anlegen. In Absprache mit dem Hauseigentümer lassen sich hier tolle Stadtanbauprojekte umsetzen.

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Begrüntes Dach mit Beeten

Für alle, die keinen Zugang zu eigenem Land haben, gibt es darüber hinaus Anbieter, die Landstücke in verschiedenen Größen zum Selbstanbau vermieten. Dies erfolgt oft jahre-/saisonweise. Dabei handelt es sich in der Regel um unterteilte Nutzflächen, die früher landwirtschaftlich betrieben wurden. Vor allem Familien wollen die unter anderem von „Meine Ernte“ und „Ackerhelden“ angebotenen Rundum-Sorglos-Komplettpakete nutzen.

Sie enthalten beispielsweise einen Wasseranschluss, die kostenlose Benutzung der Gartenwerkzeuge, fachgerecht vorbeibereitete Beete und Workshops. Der erforderliche Arbeitsaufwand pro Woche liegt zwischen zwei und drei Stunden, die Miete pro Saison zwischen zweihundert bis dreihundert Euro.

Viele Kommunen bieten den Mietern der einzelnen Landparzellen zur Unterstützung sogar Saatgut, Pflanzen oder Gartengeräte an, oft steht auch professionelle Hilfe zur Verfügung. Vereine, Kirchen oder Schulen sowie Initiativen wie Bee Careful und Anstiftung sind zudem häufig Betreiber beziehungsweise Förderer von Gemeinschaftsgärten, bei denen in der Stadt gemeinsam ein Stück Land bewirtschaftet wird.

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Kosten von Urban Gardening

Je nachdem, wie du anbaust, gestalten sich die Kosten.

  • Auf dem eigenen Balkon oder Garten mußt du Geld investieren für Blumenbeete bzw. Kästen, Saatgut, Gartengeräte und eventuelle Aufbauten für Hochbeete etc.
  • Gemeinschaftsgärten teilen sich oft die Pacht für das Land und alle Anschaffungen gleichmäßig.
  • Mietgärten auf Landschaftsflächen beinhalten meist Saatgut, Gartenwerkzeuge und Wasser. Pro Saison und Jahr musst du hier mit etwa 200 bis 300 € rechnen.

Image credits: Unless otherwise stated: ©Susanne Queck, ©Pro Stock Media via Canva.com or ©Unsplash.com.

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