Pisa und sein Turm – mehr als man denkt

Italien und Pisa haben mehr zu bieten, als nur den schiefen TurmWunderbare, monumentale Bauten auch jenseits des schiefen Turms von Pisa

Immer wieder lese ich über den schiefen Turm von Pisa und wie begeistert die Menschen davon sind. Instagram und Facebook sind gepflastert mit Bildern, auf denen scheinbar am Turm geleckt, gelehnt oder hochgeklettert wird – natürlich nur aus dem fotografisch richtigen Winkel. Ist schon lustig.
Als ich dann selbst dort war, habe ich also genau das erwartet: einen eindrucksvollen schiefen Turm einsam auf weiter Flur und Massen von Touristen. War auch ungefähr  so aber um einiges vielfältiger als gedacht! Deshalb ist es mir ein Anliegen, diesen Artikel zu schreiben und die Aufmerksamkeit auf all die anderen wunderbaren Gebäude zu lenken, die den Turm umgeben.

Der Dom und sein Glockenturm 

Italien und Pisa haben mehr zu bieten, als nur den schiefen Turm
The dome and its tower

Zuerst einmal ist die Altstadt von Pisa ein wirklich klitzekleiner, netter Ort. Ein paar Straßen, viele Restaurants und Pferdekutschen. Außen herum ist der Ort gewachsen und hat sich um Einfamilienhäuser mit Grundstücken und Schnellstraßen erweitert. Ein Tagesausflug reicht hier völlig. In ein paar Stunden hat man alles gesehen.
Um die Piazza dei Miracoli (dtsch. „Platz der Wunder“) zu finden, der Ort an dem der Turm steht, braucht man nur den Schildern, Reisebussen oder Touristen zu folgen. Alle Straßen führen nach Rom… äh…zum Turm.

Eingebettet in die Stadt 

Aus der recht engen Zuführungsstraße trifft man ganz unerwartet auf den großen Platz, der auf einer großen Wiese endet. Vier Meisterwerke mittelalterlicher Baukunst erheben sich in hier blendendem Weiß: die indrucksvollen Kathedrale Santa Maria Assunta auf der Piazza del Duom ( zu der der (Glocken-)turm gehört), eine Friedhofsanlage „Camposanto Monumentale“, das Baptisterium und den Dom. Inmitten dieser monumentalen Bauwerke geht der berühmte schiefe Turm fast unter, in einem Meer aus tiefem Grün, strahlendem Himmelblau und weißen Marmorsteinen.  Einst war der Turm war als freistehender Glockenturm für den Dom in Pisa geplant.

Wiki weiß: „12 Jahre nach der Grundsteinlegung 1173, als der Bau bei der dritten Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin ruhte der Bau rund 100 Jahre. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann mit einem geringeren Neigungswinkel als dem bereits bestehenden gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube vollendet war.  Der Grund für seine Schieflage liegt in dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Neuesten Ausgrabungen zufolge steht er am Rand einer ehemaligen Insel direkt neben einem antiken, zur Bauzeit bereits versandeten Hafenbecken.“



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Die eindrucksvolle Kathedrale neben dem Turm muß man gesehen haben! Von aussen unglaublich feine Marmorverzierungen und innen eindrucksvoll groß mit einer wunderbar bemalten Kuppel. Gegenüber der Kathedrale steht das Baptisterium, in 1152  begonnen und im 14. Jh. mit gotischen Elementen beendet.
Der dazugehörige Friedhof Camposanto ist klein, aber von großzügigen Wandelgängen und einer Mauer umgeben. In den Gängen mit halbrunden Fenstern und altem Steinboden ist es kühl und schattig. Man traut sich kaum zu sprechen in dieser Ruhe, in dem jedes Wort widerhallt. Wer Stille und eine Flucht vor den Touristenmassen sucht ist hier genau richtig. Seit 1987 gehört die gesamte Anlage aus Turm, Dom, Baptisterium und Friedhof zum UNESCO Weltkulturerbe.

Italien und Pisa haben mehr zu bieten, als nur den schiefen TurmBerühmte Pisa Turm-Bilder 

So entstehen die berühmten Fotos mit dem Turm: Danke an meine liebe Freundin Brine fürs Posen 😀

Generell sind die gut gepflegten Wiesen eine gute Gelegenheit, auszuspannen oder sich zu sonnen. Wenn um 12 Uhr die 7 Glocken des Turmes läuten, ist der Andrang am größten, auch an dem kleinen Souvenir-Flohmarkt am Rande des Geländes, im Schatten der Stadtmauer. Diese Mauer umschließt fast das gesamte Areal und ist durch kleine Durchgänge unterbrochen. 
Wer sich schon immer gefragt hat, wie die Bilder mit dem Turm gemacht werden, die tausendfach durchs Internet geistern: Die Wiesen sind mit Steinsockeln umsäumt, auf die man sich stellt, um dann im richtigen Winkel mit dem Turm zu posen.

Am Abend, wenn die Reisebusse abgereist sind, der touristische Flohmarkt geschlossen und die Tagestouristen müde, kann man den ganzen Charme dieser Anlage erst so richtig genießen. Holt euch eine Flasche Wein aus einer der umliegenden Bars oder Supermärkte, setzt euch im Halbdunkel auf die Bänke oder Steinsockel und genießt den Anblick. Leider ist die Anlage nachts nicht beleuchtet aber der schneeweiße Marmor lässt die Gebäude weiterhin erahnen.  Wunderbar !

Genießt es und lasst den armen Turm in Ruhe 😀 

Eure

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