Die verlassenen Häuser Griechenlands: Corfu

 

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©Wunderlander

Griechenland ist das Reiseland Nummer 1 für viele. Seine weißen Strände und Fassaden, das gute Essen und die entspannten, freundlichen Menschen bezaubern jeden, der einmal da war. Doch es gibt auch eine andere Seite: die verlassenen Häuser und die generelle Immobiliensituation. 

Beim Durchsehen meiner Reisefotos habe die sowohl bedrückenden als auch in ihrer Melancholie wunderschönen Bilder aus Korfu gefunden: Leerstehende, halbfertige Zeugnisse der Implosion der Immobilienblase, die Griechenland seit 2009 beutelt. 

 

Immobilien in Griechenland

Die Preise für Wohneigentum in Griechenland verfallen seit Jahren immer mehr. Es war nie billiger, dort Häuser zu kaufen, als jetzt.  Gleichzeitig müssen jedoch immer mehr Erben von Besitztümern diese nach Erhalt verkaufen oder das Erbe gar ausschlagen, um so Schulden zu begleichen.  Es geht um offene Steuerforderungen, unbezahlte Sozialbeiträge oder offene Kreditbeträge für eben diese Häuser. Schulden, die sich seit 2009, in eben diesen letzten Jahren der Wirtschaftsflaute, aufgetürmt haben. In Griechenland gilt das Hinterlassen von Wohneigentum noch immer zur Lebensaufgabe der älteren Generationen. So wird jeden Monat Grundbesitz, der teilweise seit Generationen in Familienbesitz war, auf den Immobilienmarkt geworfen. In Zahlen: Im Jahre 2016 wurde mehr als 54.000 Mal auf eine Erbschaft aus ebendiesen Gründen verzichtet. Die Preise sinken immer weiter. Gleichzeitig kaufen immer mehr Investoren oder Liebhaber der Region mit dem nötigen Kleingeld diese Besitztümer auf.  Zeugen der Wirtschaftskrise sind aber auch halbfertige Gebäude, die brach liegen und die man bei einer Fahrt durch die Regionen überall sehen kann. 

Korfu – eine Insel voll Gegensätze

Auf Korfu wachsen Olivenbäume nicht in Reih´und Glied in Hainen, sondern in kleinen, dichten Wäldern. Das silbrige Glänzen dieser Olivenwälder kann man schon beim Landeanflug bewundern. Gebirge und Mehr wechseln sich ab und für jeden Geschmack ist etwas dabei:  Sandige Badestrände oder steile Felsküsten auf der Westseite der griechischen Insel.

Auf dieser wundervollen kleinen Insel gibt es, wie überall in Griechenland, ziemlich viel Leerstand. Firmen, die unterwegs schließen mußten und Investoren, denen das Geld ausging weil niemand die geplanten Immobilien kaufen wollte. Überall an den Straßenrändern sieht man diese architektonischen Skelette.

Etliche Häuser und Häuserblöcke stehen verlassen an den Straßen und in bester Lage mit Blick aufs Meer zugewuchert herum. Manche sind noch ein knapper Rohbau, praktisch nur Wände und Fußboden, einige haben sogar schon einen Balkon. Keines hat es bis zu Fenstern, Türen oder Inneninstallationen geschafft. Als hätten diese Schönheiten niemals eine Chance bekommen, das zu sein, was sie sein sollten. Man kann erahnen, wie schön es hätte werden sollen – und können. In den Köpfen der Architekten und den Hoffnungen der Einheimischen: in weiß umgeben von sattem Grün und dem schillernden Blau des nahen Meeres.

Auf dem täglichen Weg von unserer Unterkunft auf einem Hügel sind wir regelmäßig an diesem stillen Ort vorbeigekommen. Haben verweilt, auf den Treppen Wasser getrunken, wie Kinder die verbotenen Ruinen erkundet. Da wird einem das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Misere, die die Habgier einiger weniger ausgelöst hat, erst richtig bewußt.

 

Aber: natürlich gäbe es genug vom Leerstand und Verfall auf Corfu zu erzählen, von überwucherten Verkaufsschildern oder Bergen von Müll am Straßenrand. Es reicht jedoch genauso, das Blau des Meeres zu schildern, wie es sich an fast jedem Punkt der Insel sehen lässt. Oder die Wolkenlosigkeit. Oder die hoffnungsvolle Fröhlichkeit der Einheimischen.

Sozusagen die Idylle als Gegenpol der wirtschaftlichen Misere!
Griechenland: Ich liebe dich ! Mit deinen Schwächen und Stärken.

Eure

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